Immerhin ein gutes hatte unser Aufenthalt in Pakenham, den freundlichen Rat des Campingplatzbesitzers, doch auf dem Rückweg in Eden zu stoppen, und das dortige Walfangmuseum anzusehen. Der Weg dorthin führt weiter durch Gippsland, ein flaches Land, das regelmäßig unter Wasser steht. Davon sind im Moment trotz des recht verregneten Sommers nicht mehr viel zu sehen, doch in den verbliebenen Tümpeln, Teichen und Flachwasserseen tummeln sich Schwäne, Enten und jede Menge anderer Wasservögel, ein echtes Vogelparadies.

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Immer der Küste entlang erreichen wir schließlich das frühere Walfängerstädtchen Eden, das an einer wildromantischen Bucht liegt, die von August bis November von durchziehenden Orcas und anderen Walen bevölkert wird. Dafür sind wir also zu spät dran, nicht jedoch für das Walfangmuseum, das vor allem um die Geschichte von Old Tom handelt. Dieser Killerwal hatte sich gemeinsam mit seinen Artgenossen mit den Menschen verbündet, um andere Wale in die Bucht zu treiben und dort zu erlegen. Mit einer ausgeklügelten Gruppentaktik erreichten die Orcas, dass ihre Opfer keine Anhänge mehr hatten zu entwischen, geschwächt wurden und sogar bis zum Tode gehetzt wurden. Für die Mühen wurden sie von den Walfängern mit besonders beliebten Waldelikatessen belohnt. Eine in der Geschichte einmalige Kooperation von Mensch und Tier, die an die Treibjagd mit Hunden oder Falken erinnert.

Heute ist der Walfang in Australien wie auf fast der ganzen Welt verboten, und dennoch ein brisantes Thema. Vor den Küsten Australiens fahren japanische Walfangschiffe, deren verachtenswertes Treiben von der Marine und der Küstenwache kaum unverbundeneren kann, auch wenn es immer wieder zur Verletzung der Hoheits- oder Wirtschaftsgebiete Australiens kommt. Den Walfängern gegenüber stehen die tapferen Männer und Frauen der Organisation Sea Shepard, die den Walfängern vor dem Bug kreuzen, sie vom Fang abhalten und aktuell sogar ein Schiff der Walfangflotte geentert hatten.
Drei der Aktivisten war es gelungen, einen japanischen Walfänger zu entern, als dieser sich wohl in australischen Gewässern befand. Nach heftigen Verhandlungen gelang es, die Japaner zur Herausgabe der Walschützer zu bewegen, und die Verschleppung dieser nach Japan zu verhindern. Umso kontroverser diskutiert Australien, wie künftig das Walfangverbot besser durchgesetzt werden kann.

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