Der erste Morgen auf Anglesey begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein und so beschließen wir, direkt nach dem Frühstück einkaufen zu gehen um danach gleich um 11:00 Uhr die erste Bootstour nach Puffin Island mit zu machen.
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Also geht es los nach Menai, die enge gewundene Küstenstraße entlang zum einzigen echten Supermarkt auf der Insel. Waitrose hat jede Menge Spezialitäten, und vieles was man nur mal eben in den Ofen schieben muss. Perfekt für die nächsten Tage im Ferienhaus. Die Kassiererin freut sich über die Touristen (und das obwohl es auf der Insel wohl mehr als genug davon gibt) und gibt uns gleich noch einen Tipp von wo man eine besonders schöne Aussicht auf die alte Brücke Haben soll, über die wir auch auf die Insel gekommen sind.
Nachdem wir noch den Tank gefüllt und alle Einkäufe im Kühlschrank verstaut haben geht es wieder los, nach Beaumaris von wo aus die Boote zum Puffin -Felsen fahren. Leider sind die Puffins also die Papageientaucher für dieses Jahr schon wieder verschwunden, da sie nur zum brüten an Land kommen, und den Rest des Jahres als echte Seevögel schwimmend auf dem Meer verbringen. Trotzdem gibt es noch Kormorane, Seemöven und andere Arten zu sehen, die den Felsen bevölkern und außerdem gibt es Seehunde und manchmal sogar Delfine zu sehen. Bewaffnet mit Teleobjektiv und Regenjacke geht es aufs Boot und wir sichern uns Plätze mit guter Aussicht am Bug.

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Die Straße von Menai füllt sich mit Wasser als wir aufbrechen in Richtung Puffin Island, und schnell wird die See rauer, der Wind frischt auf und die ersten Wellen schlagen an Bord. Während ich noch guten Mutes bin erinnert mich Simone an die Regenhülle, die ich für meine Kamera gekauft habe. Zum ersten Mal benutze ich die Hülle, die mehr wie ein Bratschlauch aussieht und Kamera und Objektiv zusammen mit der Gegenlichtblende gut gegen Spritzwasser schützt. Keinen Moment zu früh, denn der Wind frischt auf, die Wellen werden größer und die Jungs vor uns sind schon komplett durchnässt. Ich stelle die Kamera auf Dauerfeuer und drücke auf gut Glück ab, da ich mit der Hülle nur wenig durch den Sucher sehen kann. Dafür bleibt die Kamera wirklich gut trocken und ist deutlich besser geschützt als ich, der ich mit triefend nasser Jeans auf dem Boot sitze.

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Doch das ist schnell vergessen angesichts der atemberaubenden Küste, an der wir vorbei fahren auf den Leuchtturm an der Spitze Angleseys zu. Dieser Leuchtturm ist auch heute noch ein wichtiger Navigationspunkt für die Schiffe in der unberechenbaren Straße von Menai, die bei Ebbe fast leer zu sein scheint.

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Die Insel selbst ist zu dieser Jahreszeit vor allem von Kormoranen, See- und Lachmöven bevölkert, die in den fischreichen Gewässern rund um den Felsen fischen. Daneben gibt es eine kleine Kolonie von Seehunden, die rund um Puffin Island leben. Wir haben Glück und bekommen nicht nur Vögel sondern auch ein paar der verspielten Seehunde vor die Linse.

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Doch am Ende freuen wir uns wieder zurück nach Beaumaris zu kommen, denn auf dem Boot ist es frisch und windig, und die Rückfahrt ist bei weitem nicht so interessant wie die Hinfahrt.

Zurück auf festem Boden melden sich unsere Mägen und wir suchen uns einen Imbiss, der das Loch füllen kann. In Popeye’s Café werden wir fündig. Auch wenn das Mädchen hinter der Kasse einen recht hilflosen Eindruck macht, verspricht die Karte britische Imbisskost nach allen Regeln der Kunst. Simone entscheidet sich für sausages, Eggs and Chips und ich bestelle den Whimpy Burger, ein hausgemachtes Original das mit Chips, Salat, Onion Rings und einem hausgemachten Coleslaw serviert werden soll. Nach einiger Wartezeit werden wir nicht enttäuscht und erhalten superleckeres hausgemachtes Fastfood zum fairen Preis – und soviel davon dass wir beide es nicht schaffen. Und das wo wir beide doch noch unbedingt eines der berühmten Red Boat Eis probieren wollen. Doch zunächst geht es in einen echten englischen Süssigkeitenladen. Der nicht mal 5 qm große Laden ist bis unter die Decke vollgestopft mit Süsskram und lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Unseren vollen Mägen sei dank nehmen wir nur drei kleine Proben mit – aber wir sind sicherlich nicht zum letzten mal hier.
Weiter geht’s zum Red Boat – die Eisdiele war uns von Linda, Mark, April und Haley unabhängig voneinander empfohlen worden und sie ist berühmt für ihr hausgemachtes Eis und vor allem die ständig wechselnden, ausgefallenen Geschmackskreationen.
Wir haben Zitronen-Ingwer-Käsekuchen, Lakritz mit Schwarzer Johannisbeere, Minze mit Schokolade und Rhabarber Crumble und alles ist echt superlecker. Danach ist uns erst mal nach etwas Bewegung und so schnappen wir das Auto um daheim die Wanderführer zu wälzen.
Doch leider muss man für all die Routen erst mal fahren. Also entscheiden wir uns für den Strand an der Two Wharf Bay, und fahren los. Die Straßen werden immer enger und am Ende fahren wir auf einem geteerten Streifen zwischen zwei Mauern, der so eng ist, dass wir nicht einmal einem entgegenkommenden Fahrrad ausweichen könnten. Als wir glauben uns völlig verfranst zu haben fahren wir einige hundert Meter rückwärts bis wir zu einer Einbuchtung kommen, in der ich den Fiat 500 (Danke Hertz – das Auto ist perfekt für Anglesey) wenden kann. Wir fahren zur nächsten Kreuzung und befragen das Navi nach dem korrekten Weg, und siehe da, die enge Strasse war schon richtig. Also fasse ich mir ein Herz und folge der engen gewundenen Straße, immer wieder hupend um eventuellen Gegenverkehr zu warnen.

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Mit bis zu 35 !!! Prozent Gefälle windet sich die Gasse die hier als Straße bezeichnet wird dem Strand entgegen, nicht ohne immer wieder in engen, nicht einsehbaren Kurven zu schlängeln. Unten angekommen werden wir dann von einem fast fürstlichen, groß angelegten Parkplatz mit Kiosk empfangen und wundern uns, wie doch noch einge mehr den Weg hier herunter finden konnten.
Der Spaziergang am breiten Strand (die Flut ist schon vorbei und es geht auf Ebbe zu) entschädigt jedoch für die Mühe, ist dorthin zu kommen.

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Nach einem ausgedehnten Strandspaziergang geht es wieder zurück – diesmal die andere Richtung in der Hoffnung auf bessere Straßen. Doch zunächst haben wir wenig Glück damit, die Straße nach oben ist ebenso eng, steil und gewunden, an vielen Stellen muss ich im ersten Gang den Berg hinauf. Und zu allem Überfluss gibt es Gegenverkehr, und beim Versuch rückwärts auszuweichen sitzt der Fiat mit einem hässlichen Geräusch auf. Doch zum Glück ist nichts weiter passiert.
Nach gut zwei Meilen erreichen wir eine größere Straße, die dann bis zu unserem Ferienhaus führt.

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