So ein Jetlag hat doch auch etwas Gutes. Auch wenn Simone heute zum ersten Mal durchgeschlafen hat (soweit bin ich noch nicht) sind wir früh auf den Beinen und bereits um 7:00 mit bei den ersten beim Frühstück. Das gibts im Comfort Inn in Monterey umsonst, und dafür ist die Auswahl echt reichlich und alles sehr lecker. Das Motel ist ausserdem zentral gelegen und auch noch ruhig – eine echte Empfehlung. Und supernett ist das Personal auch.

Nach dem Frühstück checken wir aus und machen uns auf den Weg gen Süden, das Nobel-Örtchen Carmel in dem Clint Eastwood einmal Bürgermeister war durchqueren wir und treffen am Strand auf viele Anwohner die Ihren Hunden den morgendlichen Auslauf geben. Überhaupt fallen die Amerikaner durch Ihre Freundlichkeit auf – jeder hält gern ein Schwätzchen, ist interessiert und gibt auch gerne Auskunft. Nach dem kurzen Stopp entscheiden wir uns gegen den 17 Miles Scenic Drive und für den Point Lobos State Park, eine Bauchentscheidung die unserem Faible für Wildlife und wilde Tiere entspringt.

Gegen 8 sind wir schon am Point Lobos und damit einer der ersten. Für 10 $ pro Fahrzeug erkaufen wir uns eine Tageskarte für diesen und alle weiteren State National Parks. Wie in den Staaten üblich ist auch hier im Park alles auf Autofahrer ausgelegt – es gilt verschiedene Parkplätze anzufahren und dann auf kurzen oder längeren Rundwegen die Habitate zu erkunden. Wir bewaffnen uns mit den Kameras – und vor allem dem großen Tele-Objektiv und machen uns auf den Weg. Am ersten Aussichspunkt bekommen wir einige Wasservögel vor die Linse und Seehunde die sich weit vor der Küste auf einem Felsen tummeln – zu weit selbst für 300 mm Zoom. Also auf zum zweiten Stopp – und hier gibt es schon mehr zu erkunden. Kormorane brüten in der Felswand, und mehrere Seehunde mit Jungen sind nahe dem Strand zu beobachten. Auf abgesperrten Wegen kommt man ganz nah an die Tiere heran und kann sie beobachte und fotografieren – ein einmaliges Naturerlebnis. Noch beeindruckender ist der dritte Aussichtspunkt – die Felsen vor der Küste sind hier schwarz von Kormorane und neben einigen Squirrels – Eichhörnchen – kann man Seehund-Mütter dabei beobachten wie sie ihren neugeborenen das Schwimmen und tauchen beibringen. Wie kleine Bojen dümpeln die kleinen Robben dabei im Wasser auf und ab.

Danach fahren wir weiter, den Highway 1 entlang der Küste nach Süden, der uns doch immer stärker an die Great Ocean Road in Australien erinnert. Der nächste Stopp ist der Pfeiffer State Park – und finden auf den Trails Chipmunks, Squirrels und viele Vögel, aber nicht den erhofften Wasserfall. Der ist, wegen einiger Sperrungen leider nur noch schwer zu erreichen, weshalb wir uns fürs Weiterfahren entscheiden, immerhin wollen wir ja noch bis Santa Barbara – mehr als 200 Meilen weit. Die führen uns über pittoreske, kurvige Bergstrassen immer am Wasser entlang nach Süden – vor atemberaubender Bergkulisse. Doch so schön es ist zieht sich der Weg gen Süden dann doch und vor allem droht uns der Sprit langsam aus zu gehen. Deshalb tanken wir bei einer der Land-Tankstellen für fast 7 Dollar / Gallone noch ein wenig was drauf, echter Wucher. Da freut man sich umso mehr wenn man wieder ins flachere, besiedelte Gebiet kommt.

Nachdem der Tank dann wieder ganz voll ist geht es weiter, mit einem kurzen Stop bei San Simeon, denn hier liegt der ganze Strand voll von See-Elefanten, die hier ihre Jungen groß ziehen. Faul liegen die gewaltigen Tiere am Strand und bewerfen sich zur Kühlung mit Sand. Doch so faul sie da liegen hat der Aufenthalt an Land doch eine wichtige Funktion – nicht nur können sie so ihre jungen mit den Gefahren der Meere vertraut machen, sondern es gelingt ihnen auch ihre Muskeln, die in der geringen Schwerkraft während der Zeit im Wasser verkümmern, wieder auf zu bauen. Nach diesem Spektaktel machen wir uns immer weiter auf den Weg nach Süden, bis zur Sandpiper Lodge, unserem Bett für heute Nacht.

In Santa Barbara checken wir ein und antworten auf die Frage „ein Zimmer oben oder unten“ mit „egal“ – ein Fehler wie sich herausstellt, denn die Wände hier sind woh aus Papier und Zu- und Abflussrohre für alle Nachbarzimmer über uns laufen akustisch durch unser kleines Reich.

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