Endlich Urlaub!!! Die letzten Wochen zogen sich wie Kaugummi und dann ging alles ganz schnell. Raus aus dem Büro, Koffer packen und dann ging es heute morgen endlich los. Um 7:53 Uhr sollte uns der Zug nach Schaffhausen bringen, und dann weiter nach Zürich Flughafen. Doch erst mal machte uns der Pendolino der Bahn einen Strich durch die Rechnung. Die Neigetechnik ging (mal wieder) nicht und so sammelte der Zug Station um Station Verspätung auf. In Schaffhausen wollte die SBB dann nicht länger auf die chronisch unpünktliche DB warten und so mussten wir kurzfristig umdisponieren, statt via Winterthur ging es via Oerlikon gen Flughafen. Am Ende keine Viertelstunde Zeitverlust.
Umso schneller ging es dann durch die Sicherheitskontrolle, zwei?!? Passkontrollen rein in den Flieger und einmal quer durch Frankreich rüber über den Kanal und runter nach London. London Heathrow ist ein Alptraum, der Moloch von einem Flughafen ist riesig, und so verging am Ende mehr als eine Stunde bis wir es zum Gepäckband geschafft hatten wo unsere Koffer schon warteten. Mit dem Shuttle zur Autovermietung und dann gleich mal wieder Englands beliebtestem Hobby frönen – Schlange stehen ist angesagt. Nachdem wir alle Versuche, unseren günstigen, vorgebuchten Tarif durch Upgrades, teure Versicherungen und anderes um gleich ein vielfaches teurer zu machen ablehnen schafft es der Rental Agent von Hertz doch, uns das kleinste verfügbare Fahrzeug zu geben! und das obwohl mir eigentlich ein kostenfreies Upgrade zustünde. Egal, um durch den Grossstadtverkehr rund um Heathrow zu schlängeln ist der Fiat 500 ideal und so wuchten wir all unser Gepäck im die Knutschkugel, das geht natürlich nur mit dem Verlust der Rücksitze, Pappen das mitgebrachte Becker Navi an die Scheibe und los geht’s, raus aus der Stadt gen Norden.
Erst mal ist es, auf der vierspurigen und vollen Autobahn, gar nicht so einfach, sich so schnell wieder an den Linksverkehr zu gewöhnen, vor allem die Vorfahrtsregeln sind nicht gerade intuitiv. Auf dem Weg in Richtung Stratford-upon-Avon erinnert uns ein Raststätten-Schild daran, dass wir außer einem – gewohnt leckeren – Sandwich im Flieger noch kaum etwas gegessen haben. Also Blinker links gesetzt, denn hier fährt man ja auch links von der Autobahn ab und in der Schlange in Richtung Raststätte. Leider ist die Suche nach einem Parkplatz nicht so einfach und führt und unversehens aus dem ganzen Komplex wieder heraus, also Pech gehabt und weiter geht’s nach Norden, bei Oxford starten wir dann einen neuen Versuch. Diesmal mit mehr Erfolg – der kleine Fiat findet Platz in der kleinsten Lücke und uns füllt KFC den Magen mit Huhn, Pommes, Beans und Coleslaw. Nich besser tut aber die Cola für unsere trockenen Kehlen.
So gestärkt machen wir uns auf die Weiterreise, nicht ohne vorher das Becker-Navi auf das Imperiale Masssystem umzustellen. Das Gerät macht sich bislang wirklich gut aber die Angaben zu Geschwindigkeitslimits und Distanzen in Kilometern und Metern verwirren angesichts von Meilentacho und Schildern. Weiter geht es durchs etwas hügelige Mittlere England in die Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon. Wir haben ein Bett in einem Guesthouse statt in einem Hotel gebucht, da es hier Parkplätze geben soll. Davon ist bei der Anreise jedoch nichts zu sehen, statt dessen finden wir einen öffentlichen Parkplatz am Straßenrand um die Ecke vom Hotel. Ein Glücksgriff wie wir noch lernen werden. Nachdem wir die Besitzerin gefunden haben bekommen wir unser Zimmer, englisch, schnuckelig, unterm Dach mit engen verwinkelten Treppen, und natürlich ohne Aufzug. Nachdem wir unsere Koffer hinaufgewuchtet haben beschließen wir, künftig den Fiat – oder falls ich das Auto nochmal tauschen sollte seinen Nachfolger – zum rollenden Kleiderschrank umzufunktionieren und künftig nur noch das nötigste auszuladen. Aber dafür müssen wir die Koffer erst mal wieder runter bekommen. Doch das ist erst morgen unser Problem – ebenso wie das Frühstück doch dafür müssen wir uns bereits heute anmelden. Zur Wahl stehen englisches und kontinentales Frühstück, doch an ersteres trauen wir uns noch nicht so ganz heran.
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Danach sehen wir uns im Städtchen um. Shakespeare ist natürlich Garant für Touristenmassen, die das beschauliche Städtchen um diese Jahreszeit stürmen. Klassische englische Fachwerkhäuser – klein und pittoresk – machen das Bild der Stadt aus. In einem der beiden zentral gelegenen Supermärkte decken wir uns mit Proviant fürs Abendessen ein und wandern durch das süße Städtchen. Während viele Attraktionen wie die Häuser Shakespeares intensiv vermarktet werden gibt es auch nette kleine Lädchen wie den Teddy und den Weihnachtsshop.
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Natürlich geht es auch heuer darum dem Touristen die Pfunde aus den Taschen zu ziehen, aber das ganze ist wirklich nett und authentisch gemacht.
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Am Ende besichtigen wir noch die Holy Trinity Church eine zauberhafte alte Kirche in der Shakespeare und seine halbe Familie getauft, verheirate und am Ende auch begraben wurde. Neben dem reich geschmückten Grab gibt es in der typischen anglikanischen Kirche auch eine reiche Ausstattung und toll bemalte Fenster zu sehen. Gerade in der Abendsonne ein eindrucksvolles Bild.
Nach dem Picknick das wir im Guesthouse einnehmen zieht es uns nochmal raus – zum Shakespeare Theater, von dem mein Schatz allerdings ein wenig enttäuscht ist, da die neuen Anbauten doch den ursprünglichen Charakter des Theaters am Avon sehr verändern. Dem Avon folgen wir noch ein Stück, und haben das Glück an der Schleuse zum englischen Mittellandkanal zusehen zu können wie ein Restaurantschiff geschleust wird, bis heute reine Handarbeit. Die Schiffe traditioneller Bauart sind heute jedoch fast ausschließlich Ausflugsdampfer, Restaurantschiffe und Fressbuden, im 18. und 19. Jahrhundert dienten der Kanal und die Schiffe als das Rückgrad der erblühenden englischen Industrie und als Hauptlieferweg für die Kohle die Birmingham, Manchester und die anderen Industriestädte so dringend brauchten.

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