In der Nacht hatten wir noch Besuch, ein Paar betrunkener Engländer brauchte einige Versuche um herauszufinden, dass sie unsere Türe nicht öffnen können sondern im Zimmer nebenan untergebracht sind. Und je öfter der Versuch fehl schlug, je mehr ihn seine Frau zu berühren versuchte umso lauter wurde er.
Am Morgen trafen wir die Gruppe wieder, gemeinsam auf der Suche nach dem vorbestellten Frühstück. Sechs nette ältere Herrschaften die sich prompt entschuldigten. Der Sohn hätte am Tag zuvor geheiratet und das häbe man doch feiern müssen. Insgesamt sind die Briten wohl ein sehr höfliches aber trinkfreudiges Volk.
Nach dem Frühstück wuchten wir unsere Koffer wieder die enge verwinkelte Treppe hinab und verstauen alles in unserem Fiat „Mini“ eigentlich ein recht passendes Auto für die Insel.
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Und dann geht es auf nach Norden, in Richtung Manchester. Anstatt der Autobahn will ich gern etwas vom Land sehen, und versuche das Navi zu überreden, anstelle von Maut und sonstigen Autobahnen doch die Nebenstraßen zu nutzen. Dies klappt nach ein paar Versuchen ganz gut. Doch bis es so weit war haben wir schon versucht eine Karte von Großbritannien zu kaufen, leider erfolglos. Egal ob Tankstelle oder Supermarkt, alles was wir bekommen sind Stadtpläne der jeweiligen Umgebung. Immerhin Sprit und ein wenig Proviant für den Weg nach Norden bekommen wir.
Dann Folgen wir dem Navi und seiner gewöhnungsbedürftigen deutschen Aussprache der englischen Straßennamen nach Norden und werden mit wundervollen, typisch englischen Landschaften belohnt, das ist England wie wir es aus Film und Fernsehen kennen.

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Um 3 Uhr Nachmittags erreichen wir dann endlich Rochdale, wo unsere Freunde Linda und Phil schon auf uns warten. Linda war bereits in Sorge, ob wir es wohl gut schaffen würden. Nach einer kurzen Tour durch Haus und Garten und dem obligatorischen Tee (oder in meinem Fall Kaffee) mit sehr sehr leckerem Kuchen nehmen uns die beiden mit auf eine Tour durch die Umgebung. Endlich kann ich auch einfach die Landschaft genießen und muss mich nicht nur auf den Verkehr konzentrieren.
Wir fahren durch die kleinen Dörfer und es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Pubs es hier gibt.

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Oldham hatte wohl in früheren Tagen genug Pubs für jeden Tag des Jahres. In einem kleinen Dorf am Kanal treffen wir auf verkleidete Männer, die einer Tradition folgend zum Erntedank tanzen und durch die Pubs ziehen. Wir nutzen die Gelegenheit um hier ein Pint zu trinken und uns unter die Einheimischen zu mischen. Mir gelingt das besonders gut, wie man sehen kann: zum Abschied umarmt mich einer der Kostümträger und hinterlässt sein rotes Gesicht an mir.

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Da hilft auch ein Taschentuch nur bedingt. Deshalb verschwinde ich – sobald wir im Pub fürs Abendessen angekommen sind – erst mal in den Men’s Room – doch auch Wasser ist nicht stark genug. Der Pub ist so etwas wie ein britisches Edel-Restaurant mit typisch britischen Speisen. Wir lassen uns Roastbeef, Schweinebraten und Fish and Chips schmecken und am Ende wird das ganze von sticky tuffy Pudding mit Guniess-Eis gekrönt. Ein Traum. Zusammen mit dem hervorragenden Pinotage (der allerdings nicht von der Insel stammt sondern aus Südafrika) werden wir bald müde und nach ein wenig erzählen und Fotos anschauen fallen wir glücklich aber hundemüde ins Bett.

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